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    Über einer Million Baden-Württembergern droht langfristig Grundsicherung …

    Rente und Soziales

    Über einer Million Baden-Württembergern droht langfristig Grundsicherung und damit Altersarmut

    ver.di startet Aktionswoche "Gute Löhne – gute Rente"

     
    37,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg erzielen ein Bruttoeinkommen von unter 2.500 Euro. Damit liegt der Südwesten zwar sechs Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt, die Zahlen sind aber auch hier in höchstem Maße besorgniserregend.

    1.045.000 Menschen müssen damit langfristig, spätestens ab einem Renteneintritt 2030, mit einer Rente unter 800 Euro rechnen – nach heutigem Stand. Die Grundsicherung belief sich 2015 in Baden-Württemberg im Schnitt auf 771 Euro. Das geht aus einer Datenauswertung des Eduard Pestel Instituts für Systemforschung im Auftrag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hervor.

     

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    Rechnet man zu den Gesamtzahlen auch noch die 705.000 Menschen in Baden-Württemberg, die nur einen Minijob ausüben, hinzu, verdienen im Land mindestens 45 Prozent aller Beschäftigten weniger als 2.500 Euro brutto.

    „Und in unserer Region sieht dies nicht besser aus! Es droht damit fast jedem zweiten im Alter der Gang zum Sozialamt, wenn nicht eine zusätzliche Absicherung über den Partner oder Vermögen vorliegt. Das ist ein sozialpolitischer Skandal“, so ver.di Bezirksgeschäftsführer Benjamin Stein.
    In Tübingen sind es 59% und in der Region Neckar-Alb 60,5% denen nach 45 Beitragsjahren eine Rente unter 1.200 € Euro brutto erwartet.

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    Deshalb startet ver.di heute eine bundesweite Aktionswoche mit dem Motto „Gute Löhne – gute Rente“. Allein in Baden-Württemberg finden diese Woche rund 160 betriebliche Aktionen und Veranstaltungen aber auch öffentliche Kundgebungen statt. Allein in unserem Bezirk finden davon 30 Aktionen in den Betrieben statt.

    Benjamin Stein: „Wir werden nicht zulassen, dass diese Fakten von der Politik negiert werden. Wer eine Rentenpolitik gegen große Teile der Bevölkerung macht, muss mit unserem Widerstand rechnen.“

    „Da droht millionenfache Altersarmut, wenn es keinen Kurswechsel in der Rentenpolitik gibt“, so Benjamin Stein. Dass eine andere Politik möglich ist, zeigt ein Blick über die Landesgrenze: Österreich hat in den 2000er Jahren die Teilprivatisierung der Rente nicht mitgemacht. Die gesetzliche Rente ist im Durchschnitt über 500 Euro höher als in Deutschland. „Eine andere Rentenpolitik ist also problemlos möglich“, so Stein.

    Nötig ist die Stabilisierung der Rente auf dem jetzigen Niveau von 48 Prozent und eine schrittweise Anhebung auf etwa 50 Prozent. Wer nicht will, dass das Rentensystem zerbricht, muss zudem den Bundeszuschuss in die Rentenkasse erhöhen und die Tarifbindung in Deutschland stärken.