Gemeinden

    Dem Ärger Luft machen!

    Kita-Personalcheck

    Dem Ärger Luft machen!

    Für mehr Entlastung im Erziehungsbereich
    Kita-Personalcheck, 173.000 Fachkräft fehlen ver.di/ werkzwei Dem Ärger Luft machen!  – Für mehr Entlastung im Erziehungsbereich


    Der Kita-Personalcheck von ver.di hat es gezeigt: In den deutschen Kitas fehlen 173.000 Fachkräfte. Fast die Hälfte der Fachkräfte sagt, dass sie zu wenig Zeit haben, um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Dies gilt auch für die knapp 100 Einrichtungen in Tübingen. Bei der Tübinger Schulkindbetreuung ist die Fachkraft-Kind-Relation aufgrund fehlender Vorgaben sogar noch viel schlechter. Aufgrund der Arbeitsbedingungen denken inzwischen 20,2 Prozent der Beschäftigten im Erziehungsbereich darüber nach, sich beruflich zu verändern. Eine Berufsflucht würde die Situation noch verschärfen.

    Um darauf aufmerksam zu machen, veranstaltet der ver.di-Bezirk Fils-Neckar-Alb

    •  am Samstag, 25.09. um 14:30 auf dem Marktplatz Tübingen
      eine Kundgebung unter dem Motto „Dem Ärger Luft machen – für mehr Entlastung im Erziehungsbereich“

    Die Beschäftigten in den Kitas und der Schulkindbetreuung wollen gute Arbeit leisten. Sie machen ihre Arbeit gerne – scheitern aber dauerhaft an den schlechten Bedingungen. Derzeit ist es ihnen kaum möglich für die Kinder und Eltern da zu sein.

    Jonas Weber, Gewerkschaftssekretär im Bereich Gemeinden dazu: „Das ist skandalös und nicht hinnehmbar, wir erwarten von der kommenden Bundesregierung, dass sie das Thema anpackt. Die nötigen Reformvorschläge haben wir schon aufgelegt. Es muss sich dringend etwas ändern: für die Beschäftigten, für die Kinder und für die Eltern“

    Mit dieser Kundgebung unterstreichen wir unsere Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, fairer Bezahlung, mehr Personal und bundeseinheitlichen Qualitätsstandards für Kitas erneut. Wir werden sowohl auf politischer als auch auf tariflicher Ebene weiter Druck für eine Aufwertung der sozialen Berufe machen!

    Zum Hintergrund:

    Bilden, begleiten und erziehen: Fachkräfte in Kitas übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe in unserer Gesellschaft. Doch die personelle Unterbesetzung stellt die Beschäftigten vor große Herausforderungen. Die Belastung der Beschäftigten durch zu viele Kinder pro Fachkraft ist bundesweit extrem hoch. Knapp ein Viertel der Beschäftigten gibt an, für mehr als 21 Kinder zur gleichen Zeit verantwortlich zu sein. Zum Vergleich: In einem von ver.di erarbeiteten Konzept für ein wirklich gutes Kita-Gesetz schlagen wir bei Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren eine Fachkraft-Kind-Relation von 1:7,5 vor.

    Neben erheblichem Stress und einer erhöhten Lärmbelastung für die Beschäftigten, haben schlechtere Betreuungsschlüssel auch Folgen für die Kinder.

    Um ihre Arbeit überhaupt bewältigen zu können, erledigen über 64 Prozent der befragten Fachkräfte häufig auch außerhalb ihrer normalen Arbeitszeit Aufgaben für ihre Einrichtung. Sie leisten also unbezahlte Arbeit. Denn oft fehlt den Beschäftigten z.B. die Zeit für Vor- oder Nachbereitungen im Team, für die Dokumentation oder die Zusammenarbeit mit den Eltern. Im Rahmen des ver.di Kita-Personalchecks wurden die Beschäftigten daher auch gefragt, wie viele Fachkräfte in ihrem Team fehlen würden, um die pädagogische Arbeit so leisten zu können, wie es die gestellten Anforderungen aus den Bildungsplänen der Bundesländer vorsehen.