Gesundheit und Soziales

    Beschäftigte protestieren

    PPR 2.0

    Beschäftigte protestieren

    Klinikbeschäftigte fordern bedarfsgerechte Personalausstattung
    Bundesweit protestieren Krankenhausbeschäftigte heute, am 12. April 2021 für bedarfsgerechte Personalvorgaben ver.di Beschäftigte protestieren  – Gesetzesanhörung im Bundestag: ver.di fordert schnellstmögliche Einführung bedarfsgerechter Personalvorgaben in der Krankenhauspflege


    Bundesweit protestieren Krankenhausbeschäftigte heute, am 12. April 2021 für bedarfsgerechte Personalvorgaben

    So auch im Zollernalb-Klinikum, wo sich Kolleginnen und Kollegen zu einer Foto-Aktion versammelten. Anlass war die zeitgleich stattfindende Bundestagsanhörung zum »Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung«.

    Die Beschäftigten der Kliniken kritisieren, dass im aktuellen Entwurf erneut keine bedarfsgerechte Personalbemessung auf den Weg gebracht wird.

    »Die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern sind am Ende ihrer Kräfte, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie«, betonte Madeleine Glaser (Gewerkschaftssekretärin) »Schon seit Jahren machen wir darauf aufmerksam, dass an allen Ecken und Enden Personal fehlt. Doch bis auf viele Versprechungen kommt in den Kliniken nichts an.« Immer wieder habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zugesagt, für Entlastung zu sorgen. Im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege wurden die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutschen Pflegerat und ver.di damit beauftragt, ein Instrument zur Personalbemessung zu erarbeiten. Seit über einem Jahr liegt dieses vor, die PPR 2.0. Doch passiert ist damit nichts. »Die Geduld der Pflegekräfte ist längst aufgebraucht. Sie haben es satt, sich immer wieder vertrösten zu lassen«, betonte Frank Hipp (Betriebsratsvorsitzende in Albstadt) »Die PPR 2.0 muss sofort eingeführt werden. Es ist Spahns letzte Chance.«

    Um diese Forderung zu unterstreichen, beteiligen sich Beschäftigte des Zollernalb-Klinikums am Montag an der bundesweiten Foto-Aktion von ver.di.

    »Die Menschen können nicht so versorgt werden, wie es sein müsste. Die Kolleginnen und Kollegen gehen unzufrieden nach Hause. Etliche reduzieren ihre Arbeitszeit oder flüchten ganz aus dem Beruf, weil sie es nicht mehr aushalten. Sie brauchen dringend die verbindliche Perspektive, dass sich die Bedingungen verbessern.« Andernfalls sei zu befürchten, dass die Flucht aus der Pflege nach der Pandemie noch zunimmt. Um das zu verhindern, brauche es dringend Personalvorgaben, die sich am Pflegebedarf orientieren. Das Vorhaben dürfe nicht mit Verweis auf ein noch zu entwickelndes wissenschaftliches Verfahren zur Personalbemessung auf die lange Bank geschoben werden. »Die bestehenden Personaluntergrenzen sind völlig unzureichend und garantieren keine gute Versorgung«, erklärte Madeleine Glaser »Deshalb brauchen wir die PPR 2.0 – jetzt!«