Sozialversicherung

    Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit

    Jobcenter

    Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit

    Aktion morgen vor dem VKSA geplant
    Erwerbslos succo Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit  – ver.di fordert den Gemeinderat auf, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit im Jobcenter zu beschließen


    ver.di fordert den Gemeinderat auf, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit im Jobcenter zu beschließen

    Unter dem Motto „Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit“ wird eine Delegation der Beschäftigten des Jobcenters Reutlingen morgen, Dienstag, den 13.07.2021 um 14:45 den Mitgliedern des VKSA eine Fotopetition übergeben (vor dem Eingang des großen Sitzungssaals, Marktplatz 22, 72764 Reutlingen). Die Beschäftigten fordern den Beschluss des interfraktionellen Antrags zu Zulagen für die städtischen Beschäftigten im Jobcenter.

    Zum Hintergrund:

    Auf Anregung von ver.di haben drei Parteien im Gemeinderat (Grüne und Unabhängige, SPD und Die LINKE) im Oktober einen interfraktionellen Antrag gestellt. Den städtischen Mitarbeiter*innen des Jobcenters sollen Zulagen gewährt werden, damit sie das Entgeltniveau der Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit erreichen.

    Nachdem der Antrag von vielen Gemeinderäten schon wohlwollend diskutiert wurde, ist bis dato nichts passiert. Daher fordert ver.di alle Mitglieder des VKSA auf, den Antrag nun auch zu beschließen.

    Das Jobcenter Reutlingen ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit, dem LRA Reutlingen und der Stadt Reutlingen. Dort arbeiten Tarifbeschäftigte und Beamt*innen mit unterschiedlichen Tarifverträgen (Tarifvertrag Bundesagentur für Arbeit und Tarifvertrag öffentlicher Dienst) und Besoldungsordnungen (Landesbesoldung und Bundesbesoldung).

    Die Kolleg*innen sitzen im gleichen Büro und sind mit derselben Tätigkeit betraut, bekommen im Extremfall allerdings knapp 800€ brutto weniger im Monat. Längst bewerben sich auch vermehrt kommunale Beschäftigte innerhalb des Jobcenters des Landkreises Reutlingen selbst auf Stellenausschreibungen derselben Tätigkeiten bei der Agentur für Arbeit, da diese dort sehr viel besser vergütet werden.

    Einige Landkreise und kreisfreie Städte im Bundesgebiet haben zwischenzeitlich die Problematik durch die Gewährung von unterschiedlichen Zulagen-Modellen ausgeglichen. Auch in Baden-Württemberg haben die Jobcenter in Lörrach, Emmendingen und Tübingen solche Zulagen-Modelle eingeführt. Hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen für die kommunalen Haushalte ist festzuhalten, dass der kommunale Anteil an den SGB II-Verwaltungskosten, zu denen auch die Personalkosten gehören, lediglich 15,2% beträgt. Das BMAS hat bereits im Jahr 2016 erklärt, dass der Bund hier auch außertarifliche Personalausgaben in Form von Ausgleichszahlungen als abrechnungsfähig anerkennt.

    Für die Stadt Reutlingen durch SGB II-Zulagen demnach marginal erhöhten Personalkosten, stehen auf der anderen Seite folgende positive Effekte gegenüber:

    • Geringere Personalfluktuation
    • Geringerer Einarbeitungsaufwand
    • Qualitätsverbesserungen in der Arbeit des Jobcenters
    • Sicherung kommunaler Kompetenzen und Gestaltungsmöglichkeiten im SGB II
    • Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit zur Erhaltung der Beschäftigtenmotivation und -zufriedenheit