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    Erneuter Verhandlungsversuch

    Privates Omnibusgewerbe BaWü

    Erneuter Verhandlungsversuch

    Erneuter Verhandlungsversuch in der Tarifrunde im privaten Omnibusgewerbe am 22. Juli
    Bus Mario Venzlaff Bus


    Im Tarifkonflikt im privaten Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg findet am 22. Juli ein fünfter Termin zwischen ver.di und WBO statt, um noch eine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu finden. Dies hat die ver.di-Tarifkommission heute nach dem gestrigen Sondierungsgespräch beschlossen. Bis zum 22. Juli finden darum keine Streiks statt.

    Bei der am Freitag abgeschlossenen Urabstimmung hatten sich 97,9 Prozent der zur Abstimmung aufgerufenen Mitglieder für Arbeitskampfmaßnahmen zur Durchsetzung der Forderungen ausgesprochen. Damit wäre der Weg auch für längere und unbefristete Arbeitsniederlegungen grundsätzlich frei.

    Hanna Binder. ver.di Verhandlungsführerin: „In der gestrigen Sondierung haben die Arbeitgeber erkennen lassen, dass sie bereit sind, die Probleme insbesondere bei den unbezahlten Standzeiten anzugehen. Eine Lösung ist das noch nicht. Wir wollen dennoch am 22. Juli einen Versuch unternehmen, noch auf dem Verhandlungsweg eine Verbesserung der belastenden Arbeitsbedingungen zu erreichen.“

    Weitere Informationen:

    In den Manteltarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband von Baden-Württemberg WBO fanden bisher vier Verhandlungsrunden statt. ver.di fordert unter anderem eine Pausenregelung nach dem Arbeitszeitgesetz, eine Vereinheitlichung der Sonntags- und Nachtzuschläge auf höherem Niveau sowie die Aufnahme von Verhandlungen für eine betriebliche Altersvorsorge. Nachdem die Arbeitgeber in der dritten Runde kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hatten und weiterhin auf einer Absenkung der Jahressonderzahlung beharren, hatte die Tarifkommission beschlossen, zu ersten Warnstreiks aufzurufen. Nach der vierten Verhandlungsrunde fanden begleitend zur Urabstimmung in den letzten Wochen weitere Warnstreiks statt.

    Gestreikt wurde in Reutlingen, Tübingen, Güglingen, Bietigheim-Bissingen, Ettlingen und Karlsruhe, Tuttlingen, Göppingen, Geislingen, Esslingen, Böblingen, Waiblingen, Hochstetten, Neuenstadt (Kocher), Bernhausen, Waghäusel, Bruchsal, Schwäbisch Hall, Ludwigsburg, Weissach, Marbach, Backnang, Murrhardt, und Sachsenheim statt.

    Fahrer*innen müssen in etlichen Betrieben 3 bis 4 oder mehr Stunden Pause pro Schicht nehmen. Die Schichten sind bisweilen sogar länger als zehn oder gar zwölf Stunden. ver.di erwartet, dass die Rechtsprechung von 2016 endlich in den Betrieben umgesetzt wird, nach der mehr als eine Stunde unbezahlter Pausenzeit innerhalb einer Schicht regelmäßig unzulässig ist. „Das ist seit fünf Jahren geltendes Recht. Dass wir darüber überhaupt verhandeln müssen, ist bitter. Die Arbeitgeber wissen das und fordern selbst auch eine Aktualisierung der Pausenregelung – allerdings mit dem Ziel, die gängige Praxis weitgehend zu legalisieren, anstatt den Fahrerinnen und Fahrern die Schichtzeit samt Standzeiten zu bezahlen“, so Binder.

    Betroffen sind von den Verhandlungen rund 9.000 Fahrerinnen und Fahrer der privaten Omnibusunternehmen in ganz Baden-Württemberg.

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