Veranstaltungen

    Equal Pay Day 2016 in Reutlingen

    Frauen und Gleichstellungspolitik
    19.03.2016, 10:00Nikolaikirche in Reutlingen

    Equal Pay Day 2016 in Reutlingen

    Aktionstag für gleiches Entgelt
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    Frauen in Deutschland verdienen im Durchschnitt noch immer über 20 Prozent weniger als ihre Kollegen. Um das Einkommen zu erzielen, welches Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres hatten, müssen Frauen bis zum sogenannten Equal Pay Day des Folgejahres arbeiten. Der diesjährige Equal Pay Day in Deutschland findet am Samstag, den 19. März 2016 statt.

    In einem breiten Bündnis von Frauenverbänden finden unter dem Motto „Berufe mit Zukunft. Was ist meine Arbeit wert?“ am Equal Pay Day bundesweit zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen statt.

    Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Frauenrat und der Sozialverband Deutschlands rufen zur Teilnahme auf.
    In Reutlingen wird es an diesem Tag einen Informationsstand in der Zeit von 10.00- 12.00 Uhr an der Nikolaikirche geben.

    • Aktionstag für gleiches Entgelt
      Samstag, 19. März 2015, 10:00 - 12:00 Uhr
      an der Nikolaikirche in Reutlingen

    Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit klingt sehr einleuchtend, ist aber noch lange nicht Realität:

    • Frauen arbeiten in schlechter bezahlten Berufen und Branchen und auf niedrigeren Stufen der Karriereleiter als Männer.
    • Frauen unterbrechen oder verkürzen wegen Kinderbetreuung und Pflege ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger als Männer.
    • Arbeitsanforderungen in so genannten typischen Frauenberufen, z. B. Erziehung und Pflege von Menschen, werden schlechter bewertet als Anforderungen in so genannten typischen Männerberufen, die z. B. mit Technik oder viel Geld zu tun haben. Das schlägt sich in der Eingruppierung nieder.
    • Sogar bei gleicher Ausbildung, gleichem Alter, gleichem Beruf und gleichem Betrieb erhalten Frauen etwa 12 Prozent weniger Entgelt.

    Also doch: Das Geschlecht sorgt noch heute dafür, dass weniger Geld ins Portemonnaie kommt! Fakt ist, dass hierfür bestehende Rollenbilder und die Aufgabenverteilung in den Familien ursächlich sind.

    Frauen haben Recht auf Mehr!

    Der Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt auch in Baden-Württemberg über 20 Prozent und hat sich über die Jahre nicht spürbar verändert. „Das ist ein fortdauernder gesellschaftlicher Skandal“, erklärt die Vorsitzende des ver.di Bezirksfrauenrats Ingeborg Gerhardt. Durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns komme zwar jetzt etwas Bewegung hinein, da zumindest bei den Einkommen eine Grenze nach unten gezogen wurde. „Aber von einer eigenständigen Existenzsicherung sind viele Frauen immer noch weit entfernt“, kritisierte Ingeborg Gerhardt.

    Deshalb brauche es „dringend eine Reform der Minijobs, eine Aufwertung der frauendominierten Tätigkeiten und ein Entgeltgleichheitsgesetz, damit Altersarmut von Frauen nicht vorprogrammiert ist“, forderte die Gewerkschafterin.

    Es sei fast schon zynisch, wenn jungen Frauen wie jüngst in einer OECD-Studie der Rat gegeben wird, technische Berufe zu ergreifen, damit sie besser verdienen, kritisierte Kollegin Gerhardt: „Gemessen an der Ausbildung, den beruflichen Qualifikation und der verantwortungsbewussten Tätigkeit ist es für eine Aufwertung in Form einer besseren Entgeltordnung mehr als an der Zeit!“ Für die anstehende Tarifrunde im öffentlichen Dienst müsse Geld in die Hand genommen werden, Frauen dürften sich diesmal nicht wieder vertrösten lassen.

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