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    Keine Corona-Prämie im Nahverkehr? Das kann nicht ihr Ernst sein!

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    Keine Corona-Prämie im Nahverkehr? Das kann nicht ihr Ernst sein!

    Bus Mario Venzlaff Keine Corona-Prämie im Nahverkehr? Das kann nicht ihr Ernst sein!


    Am Wochenende gab es eine Tarifeinigung im öffentlichen Dienst. Neben einer Entgelterhöhung am 1. April 2021 in Höhe von 1,4 %, mindestens jedoch 50 Euro, und einer weiteren Erhöhung am 1. April 2022 in Höhe von 1,8 % wurde auch eine Corona-Prämie vereinbart. Gerade im Nahverkehr wirkt die soziale Komponente in Höhe von 50 Euro.


    Normalerweise wird das Tarifergebnis des öffentlichen Dienstes in die Tarifverträge des Nahverkehrs in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen übernommen. Wegen der Kündigung der Tarifverträge ist das diesmal jedoch nicht der Fall. Die Arbeitgeber waren nicht bereit, die Einigung auch auf den Nahverkehr zu übertragen. Gerade für die Corona-Prämie drängt aber die Zeit, denn sie muss noch in diesem Jahr ausgezahlt werden.

    Sie wollen, dass wir auf Entlastung verzichten.

    Die Corona-Prämie soll in den Ländern verhandelt werden, heißt es von den Arbeitgebern. In den Ländern verhandeln wir aber gerade über Entlastungen und weitere Regelungen unserer Manteltarifverträge. Was ist der Plan der Arbeitgeber? Sie glauben, dass sie die Corona-Prämie als Druckmittel nutzen können, um uns Entlastungen abzukaufen. Im Nahverkehr ist Entlastung überfällig, aber sie wollen Entlastung gegen die Corona-Prämie aufrechnen.

    Wissen sie, was sie tun?

    Wir werden es sicher nicht akzeptieren, dass uns die Corona-Prämie vorenthalten wird und sieben Nullmonate der Dank für unsere Leistung in der Corona-Krise sein sollen. In der gesamten Zeit der Pandemie haben wir alles gegeben, um den Verkehr am Laufen zu halten. Wir haben alles mitgemacht, ob kurzfristige Dienstplanänderungen oder zusätzliche Reinigungseinsätze. Nach den Dankesworten der Geschäftsführungen und aus Aufsichtsräten soll es jetzt bei warmen Worten bleiben? Was wäre wohl, wenn wir mal eine Zeitlang keine Überstunden mehr machen würden? Und wie wollen sie es der Öffentlichkeit erklären, dass es jetzt noch eine weitere Ungerechtigkeit geben soll, die uns zum Streik zwingt?

    Nicht mit uns!

    Die Corona-Prämie ist eine einmalige Zahlung, die uns nach unseren Leistungen in den vergangenen Monaten zusteht. Entlastung und unsere Forderungen für die Landestarifverträge aber wirken dauerhaft und sind längst überfällig. Wir werden nicht zulassen, dass die Arbeitgeber unsere Gesundheit gegen eine Einmalzahlung aufrechnen. Wenn sie eine weitere Verschärfung des Konfliktes wollen, können sie das haben. Wir haben gezeigt, dass wir streiken können.

    Klimaschutz braucht ÖPNV,
    aber nur mit attraktiveren Arbeitsbedingungen hat der ÖPNV eine Zukunft!