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    Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben begonnen

    Tarifrunde ÖD 2020

    Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben begonnen

    Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2020
    Rabatz für gute Pflege. Bremen, 21. Juni 2017 Matthias Klump Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben begonnen


    In Friedrichshafen haben heute Morgen auch in Baden-Württemberg die ersten Warnstreiks im öffentlichen Dienst stattgefunden. Morgen werden die Arbeitsniederlegungen in Dienststellen in Ulm und der Region Ludwigsburg, sowie auch bei ersten Sparkassen in Aalen und Ludwigsburg fortgesetzt. Ab nächster Woche werden die Warnstreiks ausgeweitet: Den Auftakt machen am Montag Beschäftigte in Kitas und Schüler*innen-Betreuung in Stuttgart, am Dienstag folgen Beschäftigte im Landkreis Göppingen. Dort werden auch zwei kommunale Kliniken bestreikt.

    Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter: „Die Strategie der Arbeitgeber wird immer deutlicher: Beschäftigte im öffentlichen Dienst und Bevölkerung, die bisher solidarisch und gemeinsam die Lasten und Aufgaben der Corona-Krise bewältigt haben, sollen mit und in diesem Tarifkonflikt gegeneinander ausgespielt werden. Um einen möglichst langen und billigen Abschluss zu bekommen. Allein die Arbeitgeber tragen die Verantwortung, dass wir uns jetzt so auseinandersetzen müssen. Einen anderen, besseren Weg, hatten sie vor den Sommerferien unmissverständlich abgelehnt.“

    Benjamin Stein, ver.di Bezirksgeschäftsführer:  "Vor wenigen Wochen waren die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst noch Heldinnen und Helden der Arbeit und wurden mit Applaus und warmen Worten überschüttet. Jetzt freuen sie sich, wenn die Bürgerinnen und Bürger echte Solidarität zeigen und hinter ihnen stehen. Wir wollen nicht gegen die Bevölkerung streiken, aber es ist unsere einzige Möglichkeit. ver.di hatte den Arbeitgeber drei Mal die Möglichkeit gegeben, mit uns eine Lösung zu verhandeln. Bisher gab es nur eine Klatsche statt einem Angebot."

    Erste Warnstreiks finden in im ver.di Bezirk Fils-Neckar-Alb am Dienstag statt:

    Warnstreik am Dienstag, 29.9., im Landkreis Göppingen (Städte und Gemeinden Göppingen, Geislingen Eislingen, Wangen, Uhingen und Ebersbach)  in zahlreichen Dienststellen, betroffen sind auch Kitas sowie das Krankenhaus Geislingen und das Krankenhaus Göppingen. Kundgebung auf dem Bahnhofsplatz um 11 Uhr.

    ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Erwartet wird die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit. Darüber hinaus soll in den Tarifverhandlungen das Thema der Entlastung der Beschäftigten behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Tisch im Rahmen der Tarifrunde besprochen.

    Die dritte Runde der Verhandlungen ist für den 22./23. Oktober 2020 erneut in Potsdam angesetzt.

    In Baden-Württemberg arbeiten nach Zahlen des Statistischen Landesamtes (Stichtag: 30.6.2019) 219.550 Tarifbeschäftigte bei den Kommunen. Etwa 66 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, die Teilzeitquote beträgt rund 43 Prozent (insgesamt inklusive Beamt*innen). Im Jahr 2000 lag die Teilzeitquote noch bei 34 Prozent. Außerdem haben die bundesweiten Verhandlungen unter anderem Auswirkungen auf den Verlauf der Tarifrunde von rund 10.000 Beschäftigten bei der Agentur für Arbeit und über 3.000 Beschäftigten bei der Deutschen Rentenversicherung im Land.

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